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Stabsrahmenübung der Katastrophenschutzbehörden 2009

NÜRNBERGER LAND - Starke Stürme mit Blitzeis, Starkregen, Gewitter und Hagel - so lautete die Ausgangssituation bei der vom Lehrpersonal der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried durchgeführten Standortfortbildung für die Leitungs- und Führungskräfte im Katastrophenschutz des Landkreises Nürnberger Land vom 9. bis 11. März 2009.

 

Eingebunden waren die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamtes sowie Führungs- und Unterstützungspersonal von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei und Bundeswehr. Bereits seit einigen Jahren führt die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium des Innern bayernweit in den Landkreisen eine solche Fortbildungsveranstaltung durch. Als 82. Landkreis war nun der Landkreises Nürnberger Land an der Reihe, um die Kenntnisse des Führungspersonals im Katastrophenschutz wieder aufzufrischen.

 

Am ersten Ausbildungstag gab es eine Einweisung in den Stabs- und Übungsbetrieb. In der Stabsrahmenübung, die sich am zweiten Tag von 8:30 bis 16:00 ohne Pausen erstreckte, wurden die Arbeit der örtlichen Einsatzleitung, der Sanitäts-Einsatzleitung und der Führungsgruppe Katastrophenschutz sowie der jeweiligen Unterstützungs- bzw. Kommunikationsgruppen und deren Zusammenspiel geübt. Die Rolle der vor Ort agierenden Einheiten übernahm die Übungsleitung. Jeder der eingespielten Schadensfälle wurde zuerst in der Übungsleitung unter Beteiligung aller Fachdienste geplant. Die simulierte Wettersituation wurde, um möglichst realistisch zu sein, speziell für die Übung vom Deutschen Wetterdienst vorbereitet.

 

Zu Beginn der Übung wurde davon ausgegangen, dass bereits etliche wetterbedingte Kleineinsätze (Keller auspumpen, Bäume beseitigen) liefen. Hinzu kam ein Verkehrsunfall mit 2 eingeklemmten Personen, der weitere Feuerwehr- und Rettungsdiensteinheiten gebunden hatte. Dann kam es zu einem ebenfalls wetterbedingten Massenunfall auf der Autobahn. Dort waren über 100 PKWs, viele LKWs und Busse mit einer Vielzahl von Verletzten beteiligt. Für die anrückenden Kräfte gab es durch den sich aufbauenden Stau sowie die extreme Wetterlage Schwierigkeiten, die Einsatzstelle zu erreichen.

Während der Erkundung und der beginnenden Rettungsmaßnahmen durch Einheiten von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW kam es durch einen Blitzschlag zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens. Hier musste neben der eigentlichen Brandbekämpfung auch noch ein größerer Viehbestand gerettet werden. Für die Einsatzleitung ergab sich dadurch die Schwierigkeit, die Einsatzkräfte auf zwei verschiedene größere Schadensstellen zu verteilen. Wegen der Größe der Einsatzstelle auf der Autobahn wurde im Rahmen der Übung der Katastrophenfall ausgerufen und ein Örtlicher Einsatzleiter benannt. Da die Wetterlage bereits seit längerem andauerte, kam es im weiteren Verlauf der Übung zu einem Bergrutsch, der eine Bahnstrecke blockierte und in den ein nahezu vollbesetzter Pendolino fuhr. Weiter nachrutschende Geröllmassen verschütteten den Zug teilweise. Hier musste von einer großen Zahl von Verletzten ausgegangen werden. Da der Zug teilweise auf einer Brücke, teilweise in einem Tunnel stand, waren die Erkundungs- und Rettungsarbeiten entsprechend aufwendig.

 

Ein weiteres Unwetter in Form eines Hagelsturms mit teilweise golfballgroßen Hagelkörnern legte ein Umspannwerk lahm und führte in der Stadt Lauf zu einem größeren Stromausfall. Der Hagel zerstörte viele Fenster und beschädigte zwei Schulgebäude schwer. Hier sollte vor allem die große Zahl betroffener Personen versorgt werden. Ein weiterer Blitzschlag sorgte für einen Brand und einen Gefahrgutaustritt auf einem Fabrikgelände. Hier war neben dem Brand erneut eine große Zahl von Betroffenen zu betreuen und abzutransportieren.

Kurz vor Ende der Übung kam es dann noch zu einem Zwischenfall im Bereich eines Stausees, der erneut eine Verlagerung von Einsatzkräften nötig machte. Während der gesamten Übungsdauer wurde die Anforderung von weiterem Material (z.B. von Busunternehmen) oder Personal ( z.B. Notfallmanager der DB) in Echtzeit angefordert und die Zeit bis zur Verfügungstellung entsprechend übernommen. Auch das Bürgertelefon des Landratsamtes war in die Übung eingebunden und musste zahlreiche, durch die Übungsleitung eingespielte Bürgeranrufe entgegennehmen. Nach der Übung gab es eine sehr umfangreiche Auswertung des gesamten Ablaufs durch das betreuende Lehrpersonal der Feuerwehrschule Geretsried, in der mit offener, konstruktiver Kritik genauso wenig gespart wurde wie mit Lob. Die Ergebnisse der Übung werden bei den beteiligten Fachdiensten sicher noch in weitere Übungen einfließen. Abschließend bedankte sich Landrat Armin Kroder bei allen Beteiligten für die engagierte Arbeit.

 

Bericht und Fotos: KBM Kölbl, KFV Online