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Großübung Gefahrgutunfall Neuhaus Kaiser Bräu 2010

Übung im nördlichen Landkreis - Das war das einzige, was den Helfern/-innen im Sanitäts- und Rettungsdienst bekannt gegeben wurde.  Das Übungsszenario war nur 4 Personen bekannt, welche dies im Stillen vorbereitet haben. Als Übungsobjekt stellte die Firma Kaiser Bräu in Neuhaus an der Pegnitz Ihre Produktions- und Logistikanlagen zur Verfügung. Während eines Wochentages sollten laut Planungen zeitgleich zwei Anlieferungen stattfinden. Zum einen die Lieferung von Betriebsstoffen am Malzturm und zum anderen 4.000 Liter Salzsäure als Reinigungsmittel. Neben den regulären Betriebsvorgängen (Staplerverkehr, Belade- / Entladevorgängen) findet eine Betriebsführung für eine etwa zehn Personen umfassende Besuchergruppe statt.

 

Mit großen Knall, durchgeführt durch eine Gruppe von Böllerschützen, begann die Übung. Die ersten anfahrenden Einheiten wurden per Funk über eine Staubexplosion mit mehreren Verletzten und Betroffene informiert. Eigentlich sollte ein Betriebsmitarbeiter die ersteintreffenden Einheiten bei der Firmenauffahrt anhalten und über das „tatsächliche Schadensereignis“ informieren – zu spät – jedenfalls für den „Helfer vor Ort“. Dieser fuhr ohne Kenntnis der tatsächlichen Lage direkt in das Schadensgebiet und fiel vom Status als Helfender, in den des Betroffenen.

 

Was war passiert: während der Malzbefüllung kommt es zu einer gravierenden Störung in deren Folge sich eine Staubexplosion ereignet. Die Malzturmanlage wird durch die Explosion erheblich beschädigt. Die drei in dem Gebäude befindlichen Personen werden zum Teil schwer verletzt und können die einsturzgefährdete Anlage von selbst nicht mehr verlassen. Aufgrund der Druckwelle wird der Salzsäure-Einfüllschlauch vom Einfüllstutzen gerissen. Der LKWFahrer,  ebenfalls durch die Druckwelle umgerissen und gestürzt, versucht noch geistesgegenwärtig den Befüllungsvorgang zu stoppen, was ihm aber nur bedingt gelingt. Somit ergießt sich laufend Salzsäure auf das Gelände und fließt entsprechend ab. Der Fahrer selbst wird erheblich mit dem Stoff kontaminiert und weist zudem die durch Sturz und Explosion typischen Verletzungen auf. Die im Sudhaus befindliche Besuchergruppe wird durch den Explosionsknall aufgeschreckt und rennt instinktiv aus dem Gebäude. Dabei laufen die Gäste über das mit Salzsäure kontaminierte Gelände und kommen teilweise in Kontakt mit der Substanz, andere laufen durch die Dampfwolke und inhalieren diese. Dabei werden fünf Personen verletzt, die sich auf dem weitläufigen Gelände verteilen. 2 Personen rennen vollkommen traumatisiert und in Panik aus dem Firmengelände und fallen in die Pegnitz, worauf Sie flussabwärts abgetrieben werden.

 

Aus unseren Reihen (BRK KV Nbg. Land, ASB RV Jura und RV Nbg. Land) wurden von Übungsplanungsteam folgendes angefordert und eingesetzt: aus Velden, Auerbach, Lauf, Altdorf, Feucht, Winkelhaid wurde alarmiert 1 Helfer vor Ort, 3 Rettungswagen, 4 Krankentransportwagen, 2 Mannschaftstransporter, 2 Ärzte. Zusätzlich die Wasserwacht mit Booten und Tauchern aus Hersbruck, Röthenbach und Lauf. Für den Führungsdienst aus dem Nürnberger Land wurden alarmiert der Einsatzleiter Rettungsdienst, Einsatzleiter Wasserrettung, die Sanitätseinsatzleitung einschließlich der Unterstützungsgruppe. Von Seiten der Feuerwehr und des THW wurden die die Kräfte aus Neuhaus/Pegnitz, Krottensee, Höfen, Mosenberg, Lauf, Altdorf und Hersbruck alarmiert. Die Örtliche Einsatzleitung wurde durch Holger Herrmann mit der Unterstützungsgruppe übernommen.

 

Zusätzlich ergänzt durch den Kommunikationskraftwagen mit Führungs- und Lageanhänger des THW. Dem gliederten sich die Fachbereiche Sanitätseinsatzleitung, Einsatzleitung Feuerwehr/THW, Einsatzleitung Polizei, Fachberater DB Notfallmanager und die Betriebsleitung Kaiser Bräu an. Im „Hintergrund“ aber für alle sichtbar waren als Patienten-/Angehörigendarsteller, als Leitstelle, bzw. für die Notfalldarstellung/Realistische Unfalldarstellung folgenden Einheiten im Einsatz: ASB RV Obermain und RV Jura, JRK Eismannsberg und DLRG Hirschaid. Bedingt durch den sonnigen Übungstag passierten auch 2 Realeinsätze bei den Einsatzkräften, welche umgehend (durch geringe Unterbrechungen des Übungsverlaufs) versorgt wurden. Im Schatten folgte zuerst eine Abschlußbesprechung für die Kräfte des Sanitäts-/Rettungsdienst, anschließend für alle Teilnehmer/ innen mit Getränken und Verpflegung, welche durch die Brauerei Kaiser Bräu gesponsert wurde. Es folgten bis in den frühen Abend gute Gespräche untereinander und der Austausch zwischen den Organisationen. Derzeit werden die Übungsziele von den Planern und Beobachtern ausgewertet. Unter anderem war dies der Umgang mit Medien, welcher durch Redaktionsmitarbeitern aus den örtlichen Zeitungen und zwei Kamerateams (Franken TV, Sat1), wahrgenommen wurde.